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Archives for: dicembre 2016

Una manciata d’istanti

 

 

 

Di sera, in una manciata d’istanti — la vita.
Dopo la risalita a occhi chiusi di uno stentare quotidiano, ecco lo slancio, disincarnato il sorriso ispirato : questa la traccia della giusta via, del fertile passaggio lasciato già alle spalle ; questo il guadagno prezioso da spendere nell’immediato imminente avvenire.

Illusione ? Tutto lo slancio di vivere nell’illusione di un sogno ?
Tutta la vita sognata mentre muoveva l’ondata degli anni.

 

 

 

 

 

 

#Berlino Natale 2016

( cliccare sull’immagine per ingrandire )

 

 

 

 

 

 

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immagine web della Breitscheidplatz in cui si è consumata la strage.

 

 

 

 

 

 

Engführung – di Paul CELAN

 

Ho scelto di dedicare questi versi di Paul Celan perché il movimento fugato al cuore della parola – compiendosi in un sovrapporsi sempre più stretto di visioni, così come nella forma musicale della fuga si sovrappongono più strettamente le voci – dà luogo alla realtà spirituale di un soggetto che ha smesso di leggere e di guardare perché gli è saltata la distanza dalle cose del mondo, e ora va in cerca accecato ; che tasta l’anonimato della ” pietra ospitale che non ti tranciava la parola in bocca “. Parola che infine proprio dall’anonimato di pietra avviene e si fa incontro. 

I versi di Engführung sebbene composti dal poeta nel tentativo di dialogare con i sommersi nella tragedia dello sterminio nazista, riecheggiano nel mio orecchio lo stesso smarrimento per le uccisioni che si consumano nell’anonimia delle folle, nel mucchio casuale dei corpi senza più vita sugli asfalti – così come in tutti gli altri spazi pubblici in cui si consuma l’orrore dei morti per strage.

 

 

 

*

VERBRACHT ins
Gelände
mit der untrüglichen Spur:

Gras, auseinandergeschrieben. Die Steine, weiß,
mit den Schatten der Halme:
Lies nicht mehr – schau!
Schau nicht mehr – geh!

Geh, deine Stunde
hat keine Schwestern, du bist –
bist zuhause. Ein Rad, langsam,
rollt aus sich selber, die Speichen
klettern,
klettern auf schwärzlichem Feld, die Nacht
braucht keine Sterne, nirgends
fragt es nach dir.

*

Nirgends

fragt es nach dir –

Der Ort, wo sie lagen, er hat
einen Namen – er hat
keinen. Sie lagen nicht dort. Etwas
lag zwischen ihnen. Sie
sahn nicht hindurch.

Sahn nicht, nein,
redeten von
Worten. Keines
erwachte, der
Schlaf
kam über sie.

*

Kam, kam. Nirgends

fragt es –

Ich bins, ich,
ich lag zwischen euch, ich war
offen, war
hörbar, ich tickte euch zu, euer Atem
gehorchte, ich
bin es noch immer, ihr
schlaft ja.

*

Bin es noch immer –

Jahre.
Jahre, Jahre, ein Finger
tastet hinab und hinan, tastet
umher:
Nahtstellen, fühlbar, hier
klafft es weit auseinander, hier
wuchs es wieder zusammen – wer
deckte es zu?

*

Deckte es

zu – wer?

Kam, kam.
Kam ein Wort, kam,
kam durch die Nacht,
wollt leuchten, wollt leuchten.

Asche.
Asche, Asche.
Nacht.
Nacht-und-Nacht. – Zum
Aug geh, zum feuchten.

*

Zum

Aug geh,

zum feuchten –

Orkane.
Orkane, von je,
Partikelgestöber, das andre,
du
weißts ja, wir
lasens im Buche, war
Meinung.

War, war
Meinung. Wie
faßten wir uns
an – an mit
diesen
Händen?

Es stand auch geschrieben, daß.
Wo? Wir
taten ein Schweigen darüber,
giftgestillt, groß,
ein
grünes
Schweigen, ein Kelchblatt, es
hing ein Gedanke an Pflanzliches dran –

grün, ja
hing, ja
unter hämischem
Himmel.

An, ja,
Pflanzliches.

Ja.
Orkane, Par-
tikelgestöber, es blieb
Zeit, blieb,
es beim Stein zu versuchen – er
war gastlich, er
fiel nicht ins Wort. Wie
gut wir es hatten:

Körnig,
körnig und faserig. Stengelig,
dicht;
traubig und strahlig; nierig,
plattig und
klumpig; locker, ver-
ästelt –: er, es
fiel nicht ins Wort, es
sprach,
sprach gerne zu trockenen Augen, eh es sie schloß.

Sprach, sprach.
War, war.

Wir
ließen nicht locker, standen
inmitten, ein
Porenbau, und
es kam.

Kam auf uns zu, kam
hindurch, flickte
unsichtbar, flickte
an der letzten Membran,
und
die Welt, ein Tausendkristall,
schoß an, schoß an.

*

Schoß an, schoß an.

Dann –

Nächte, entmischt. Kreise,
grün oder blau, rote
Quadrate: die
Welt setzt ihr Innerstes ein
im Spiel mit den neuen
Stunden. – Kreise,

rot oder schwarz, helle
Quadrate, kein
Flugschatten,
kein
Meßtisch, keine
Rauchseele steigt und spielt mit.

*

Steigt und

spielt mit –

In der Eulenflucht, beim
versteinerten Aussatz,
bei
unsern geflohenen Händen, in
der jüngsten Verwerfung,
überm
Kugelfang an
der verschütteten Mauer:

sichtbar, aufs
neue: die
Rillen, die

Chöre, damals, die
Psalmen. Ho, ho-
sianna.

Also
stehen noch Tempel. Ein
Stern
hat wohl noch Licht.
Nichts,
nichts ist verloren.

Ho-
sianna.

In der Eulenflucht, hier,
die Gespräche, taggrau,
der Grundwasserspuren.

*

(– – taggrau,

der

Grundwasserspuren –

Verbracht
ins Gelände
mit
der untrüglichen
Spur:

Gras.
Gras,
auseinandergeschrieben.)
 

Paul Celan Aus : Sprachgitter
Frankfurt am Main : S. Fischer / Fischer TB, 1959